Schwäbischer Schulleitertag - ein Rückblick
Rückblick auf 2025
Das Churer Modell an meiner Schule?
Reto Thöny, der „Erfinder“ des Churer Modells, informierte beim Schwäbischer Schulleitertag am 22.10.2025 in Kloster Holzen des BLLV Schwaben in seinem Impulsvortrag die über 40 anwesenden Schulleiter und Schulleiterinnen aus ganz Schwaben über diesen Orientierungsrahmen.
Nach der Begrüßung durch die Bezirksvorsitzende Gertrud Nigg-Klee und durch Angelika Sehr-Gerrens, die den Fortbildungstag maßgeblich mit initiiert und organisiert hatte, ermutigte Reto Thöny, der „Erfinder“ des Churer Modells, in seinem Impulsvortrag die über 40 anwesenden Schulleiter und Schulleiterinnen aus ganz Schwaben, die Kolleginnen und Kollegen an der eigenen Schule für das Churer Model als Orientierungsrahmen zu begeistern.
Das Churer Modell setzt sich immer mehr durch, weil es einen entspannteren Umgang mit der zunehmenden Heterogenität in der Schülerschaft schafft, weil es den Schülerinnen und Schülern etwas zutraut, sie am eigenen Lernprozess partizipieren lässt. Seine Einfachheit ist eines seiner Erfolgsmerkmale. Angesichts der vielfältigen Herausforderungen, von ADHS über Legasthenie bis hin zu psycho-emotionalen Entwicklungsstörungen, denen unsere Kolleginnen und Kollegen täglich gerecht werden sollen, bietet das Churer Modell einen Weg zur Öffnung des Unterrichts, der bei Lehrkräften und SchülerInnen zu mehr Wohlbefinden führen kann. Für Lehrpersonen braucht es aber zu Beginn Mut und die Unterstützung durch die Schulleitung, gewohnte Muster zu durchbrechen. Unterrichtseinheiten beginnen mit einem möglichst kurzen Input im Kreis, im Anschluss wählen die Kinder frei ihren Arbeitsplatz und bearbeiten dann ihrem Niveau entsprechende Lernaufgaben. Bewährt sich das bis in die Mittel- oder sogar in die Sekundarstufe? Reto Thöny findet ja. Die Raumgestaltung ist das Augenfälligste an diesem Konzept, das Klassenzimmer wird im klassischen Sinne aufgelöst und Lernorte werden eingerichtet. Selbstbestimmung ist ein Erfolgsgeheimnis des Churer Modells, die Kinder dürfen jeden Tag den Lernort selber wählen. Hinzu kommt die Binnendifferenzierung, die Kinder wählen den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben selbst.
Gerade bei der Klassenzimmereinrichtung wurden hilfreiche kreative Tipps zur Umsetzung des neuen Raumkonzepts erörtert. Grundlegende Regel für Unterricht im Churer Modell: Wir sorgen dafür, dass jedes Kind ungestört lernen und arbeiten kann. In vielen Gruppenarbeitsphasen und auch in der Pause konnten sich die SchulleiterInnen angeregt über die Situation an ihrer Schule austauschen und sich gegenseitig Tipps bei der Umsetzung geben.
Insgesamt ein sehr intensiver, bereichernder Tag für alle Beteiligten! Allgemeiner Tenor: Gerne im nächsten Jahr wieder so ein schwäbischer Schulleitertag!
Text und Fotos: P. Laube
Rückblick auf 2019
34 Schulleiterinnen und Schulleiter folgten der Einladung der Fachgruppe Schulleitung des BLLV zum diesjährigen Schulleitertag. Zum 5. Mal fand im Kloster Holzen in Allmannshofen dieses Angebot statt.
"Schule in digitalen Zeiten - Hype oder echte Chance?“
Bezirksvorsitzende Gertrud Nigg-Klee begrüßte alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem, so ihre Worte, „ super Fortbildungshaus mit Wohlfühlambiente“ und dankte Reinhard Gogl und Jörg Faßnacht, der Fachgruppe Schulleitung, für die hervorragende Vorbereitung. Reinhard Gogl freute, sich zur Auftaktdiskussion die Präsidentin des BLLV Simone Fleischmann, den Bundestagsabgeordneten Hansjörg Durz, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses Digitale Agenda, sowie die Leiterin der Schulabteilung bei der Regierung Schwaben Susanne Reif willkommen heißen zu dürfen. Ebenso aufs herzlichste begrüßt wurden die Referenten der Workshops: Markus Rehle, Christian Frey und Johannes Stanggassinger. Reinhard Gogl versprach einen spannenden Tag und er versprach nicht zu viel. Gleich bei der Auftaktdiskussion, moderiert von Jörg Faßnacht, wurde allen Zuhörer das brisante Potential, das sich hinter dem Thema des diesjährigen Schulleitertags verbirgt, klar. Die Politik, so Durz, will gestalten, Themen vernetzen, Wirtschaftsräume verknüpfen, Umsetzbarkeiten prüfen und die bearbeiteten Themen in Gesetze bringen. Politik ist heute so aufgewühlt, weil die Politik die vielen falschen Verbreitungen im Netz nicht mehr auffangen kann. Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen, falsche Bilder anderen Texten zugeordnet, Sprachgeschwindigkeiten, die die Stimme verändern, bewusst eingesetzt und alles wird für jeden sichtbar und hörbar ins Netz gestellt. Mehrfach zitierte Hansjörg Durz den Philosophen Kant und endete seinen Vortrag mit dessen Worten: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ Der Digitalpakt Schule ist nicht nur die Herausforderung der Schule, sondern der gesamten Gesellschaft.
Simone Fleischmann dankte dem Bundestagsabgeordnetem, dem es in den ersten Minuten so gut gelungen war, die Zuhörer zu diesem Thema exakt abzuholen. Für sie gibt es nur eine Antwort auf all die Beispiele, die genannt wurden: „Beste Bildung für alle! Wie sollen Kinder mit all diesen Informationen umgehen? Sie brauchen Hirn und zwar ziemlich breit gefächert.“ Kinder sollen Menschen bleiben, die in der Welt von morgen zurechtkommen. Erst geht es um den Menschen, dann um die Technik. Die Geschwindigkeit der Veränderung ist die Herausforderung, der sich die Schule tagtäglich mit ihren vielfältigen Aufgaben stellen muss.
Im Anschluss wurde im Plenum die Grenzen des Machbaren diskutiert und alle waren sich einig, ständig im Austausch und im guten Gespräch bleiben zu wollen. Vertieft wurden einige Anliegen in den sich anschließenden Workshops. Simone Fleischmann stellte sich den persönlichen Fragen, Anregungen und Wünschen rund um das Thema Schulleitung und versprach, sich weiterhin sehr aktiv für diese Interessengruppe einzusetzen. Markus Rehle, der Bezirksreferent der Abteilung Dienstrecht und Besoldung im BLLV Schwaben, brachte wie immer auf kurzweilige und interessante Art Licht ins Dunkel rund um die Fragen Schwangerschaft und Mutterschutz, Elternzeit, Teilzeit, Beurlaubung und Ruhestand, über diese die Schulleitung gut informiert sein sollte. Der Sonderschulkonrektor und ausgebildete Visual Facilitator Christian Frey erklärte in seinem Workshop, dass Visualisierung eine Kulturtechnik sei, die jeder erlernen kann und führte mit vielen praktischen Übungen in diese Kunst ein. Der Geschäftsführer des kommerziellen Anbieters „Schulmanager online“ zeigte auf, dass sich Organisatorisches im Schulalltag wie Elternbriefe, Krankmeldungen, Vertretungen usw. mit diesem Tool zeitsparend lösen lässt.
Mit viel Wissen im Gepäck reisten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zufrieden nach Hause. Alle waren sich einig: es war eine sehr gelungene und tolle Veranstaltung. Danke Reinhard Gogl und Jörg Faßnacht für die herausragende Durchführung.
Text: Angelika Thome, Presse BLLV Schwaben
Bilder: Jürgen Thome
Rückblick auf 2017
In guter Beziehung arbeiten, führen und Ziele erreichen
In guter Beziehung arbeiten, führen und Ziele erreichen“ unter diesem Motto stand der diesjährige Schulleitertag 2017. Die Fachgruppe Schulleitung lud zum Veranstaltungsauftakt die Leiterin der Schulabteilung bei der Regierung von Schwaben, Susanne Reif, zu einem Austausch ein. Angeschnitten wurden zahlreiche Themen, die den Schulleitungen derzeitig oder schon lange unter den Nägeln brennen.
Diskutiert wurden Leitungszeit, die ständig wachsenden Aufgaben, wie demnächst die Erstellung von Medienkonzepten, eine ungleiche Ressourcenverteilung zwischen den Schularten, die dienstliche Beurteilung von Schulleitungen sowie die mangelnde Einflussnahme der Schulleitungen bei der Auswahl des Personals. Angesichts des derzeitig massiven Personalmangels wurde auch hinterfragt, ob wir es uns leisten können, Lehrer in die Evaluation als auch als Lotsenlehrkräfte abzuordnen. Wenngleich Reif ein offenes Ohr für die enorm hohe Arbeitsbelastung im Bereich Schulleitung hatte, gestand sie gleichzeitig ein, bei den meisten Anliegen nicht die richtige Ansprechpartnerin zu sein. Grenzen der Machbarkeit seien sehr oft durch das Finanzministerium gesetzt, als auch schlichtweg durch fehlendes Lehrpersonal.
Bei ein paar Anliegen versprach Frau Reif, die von der Zuhörerschaft durchwegs als verständnisvolle und offene Diskussionspartnerin wahrgenommen wurde, nach Lösungen innerhalb der Regierung zu suchen. Für die Das Schuljahr ist erst wenige Wochen alt. Doch schon schlagen Lehrer- und Elternverbände Alarm: Es gibt nicht genug Lehrerinnen und Lehrer, um Ausfälle durch Krankheit, Fortbildungen oder Schwangerschaften auszugleichen. Da die CSU-Staatsregierung diese Situation leugnet und aktuelle Zahlen zum Unterrichtsausfall nicht zeitnah zur Verfügung stellt, fährt der Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag Martin Güll durch Fülle der Anliegen reichte der Zeitrahmen bei Weitem nicht aus und so begrüßte die Fachgruppe Schulleitung den Vorschlag der Abteilungsdirektorin seitens der Regierung eine Veranstaltung anzudenken, um verstärkt mit den Schulleitungen in den offenen Austausch zu kommen. Reinhard Gogl, der die Diskussionsrunde moderierte, betonte dass es enorm wichtig sei, den Schulleiterinnen und Schulleitern auch seitens der Regierung Zeit und Raum einzuräumen, um die Anliegen, Sorgen und Nöte ansprechen und äußern zu können.
Abgerundet wurde der Schulleitertag 2017 durch Vorträge und Workshops rund um die Themen systemische Führung, Mitarbeitergespräche, Medienrecht, Digitalisierung in der Schule sowie ASV. Die versierten und sehr fachkompetenten Referenten Stephan Deiner, Doris Sippel und Wendelin Csauscher trugen neben dem schönen Ambiente im Kloster Holzen wesentlich zur gelungenen Veranstaltung bei.
Text: Reinhard Gogl
