Rückblick auf Veranstaltungen

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Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes Donauwörth

„Corona hat unsere Verbandsaktivitäten in den letzten zwei Jahren sehr stark beeinträchtigt“. Infolgedessen fiel der Rechenschaftsbericht der beiden Co-Vorsitzenden des BLLV-Kreisverbands Donauwörth, Christina Ost und Patricia Hippler, die bei den Neuwahlen im Gasthof „Goldener Hirsch“ in ihren Ämtern bestätigt wurden, relativ knapp aus. Trotzdem bleibt ein Thema aus den Vor-Pandemie-Zeiten auch weiterhin ganz oben auf der Agenda des Lehrerverbands: der Lehrermangel insbesondere an den Mittelschulen, der jetzt, so Ost und Hippler, noch in verstärktem Maße sichtbar wird.
Im Rückblick auf den Zweijahres-Zeitraum seit den letzten Wahlen stellte Christina Ost fest, dass dieser noch unter normalen Voraussetzungen begann und deswegen ein Ausflug zum Weihnachtsmarkt Friedberg sowie eine Vortragsveranstaltung mit dem BLLV-Dienstrechtsexperten Hans-Peter Etter durchgeführt werden konnten. Die Corona-Pandemie brachte anschließend alle weiteren geplanten Aktivitäten zum Erliegen. Neben Online-Veranstaltungen des Bezirksverbands konnte auf Kreisebene im Frühjahr 2021 zumindest eine Videokonferenz mit dem örtlichen Landtagsabgeordneten Wolfgang Fackler realisiert werden. Für das gerade begonnene Schuljahr hoffen Ost und Hippler auf eine anhaltende Normalisierung der Lage. Entsprechend hat der Kreisverband auch die Durchführung verschiedener Veranstaltungen ins Auge gefasst – Ausflüge, Betriebserkundungen und berufsfachliche Vorträge sollen 2021/22 wieder stattfinden.
Nicht aus dem Auge verloren hat der Kreisverband ein Reizthema, das noch kurz vor dem ersten Corona-Lockdown Anfang 2020 hohe Wellen schlug: der Lehrermangel an Grund- und Mittelschulen und die damit verbundenen dienstrechtlichen Maßnahmen, die nach der Überzeugung des BLLV nicht geeignet sind, die Personallücke dauerhaft zu schließen. „Wir haben damals schon für A 13 und bessere Arbeitsbedingungen demonstriert und werden nicht lockerlassen!“
Die vom Ehrenvorsitzenden Wolfgang Janson geleiteten Neuwahlen gingen reibungslos über die Bühne. Sämtliche Vorstandsmitglieder stellten sich wieder für ihre Aufgaben zur Verfügung und wurden jeweils einmütig bestätigt. So bleiben Christina Ost und Patricia Hippler gleichberechtigte Vorsitzende. Ute Kopp amtiert weiterhin als Stellvertreterin, Petra Bahling als Kassiererin sowie Jörg Schachner und Simone Kapfer als Geschäftsführer. Kassenprüferinnen bleiben Helga Mandlik und Birgit Sauter. In die Vorstandschaft berufen wurden zudem Elke Drescher (Fachgruppe Förderschulen), Karin Lang (Fachgruppe Verwaltungsangestellte), Angelika Bartl (angestellte Lehrkräfte), Wolfgang Römer (Öffentlichkeitsarbeit) sowie als Beisitzer Werner Freißler, Ulrike Steinhart-Krippner und Jana Römer. (wrö)


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Wofgang Fackler (MdL) besucht die Mittelschule Rain

Was charakterisiert den Schulalltag an einer Mittelschule? Welche Fragen haben Schüler an einen Politiker? Wo drückt Schulleitung und Lehrkräften der Schuh? Diese Themenbereiche standen im Mittelpunkt eines Informationsbesuchs, zu dem der Donau-Rieser Stimmkreisabgeordnete Wolfgang Fackler auf Einladung der beiden Kreisvorsitzenden des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (BLLV), Christina Ost und Patricia Hippler, an die Gebrüder-Lachner-Mittelschule Rain gekommen war.

Ost und Hippler, gleichzeitig Rektorin und Konrektorin, besuchten mit dem CSU-Politiker zunächst die Klasse V2, in der Klassenlehrerin Tanja Moll die Gelegenheit nutzte, das 9+2-Modell, das im Landkreis nur in Rain angeboten wird, vorzustellen. „Hier erhalten Schülerinnen und Schüler mit gutem QA die Chance, nach zwei Vorbereitungsjahren die Mittlere Reife zu erwerben!“ MdL Fackler zeigte sich erfreut darüber, dass diese Möglichkeit angenommen werde. „Wir werden jeden einzelnen von euch brauchen. Gebt Gas, startet durch!“ motivierte er die Jugendlichen. Die hatten sich eine Reihe von Fragen an den Gast aus dem Landtag überlegt. So wollten sie wissen, ob für den Einstieg in die Politik ein Studium Voraussetzung ist, wie ein typischer Arbeitstag aussieht und welche Aspekte des Politikerlebens als positiv und als belastend empfunden werden. Interesse bestand bei den V2-Schülern aber auch daran, welche Wege es aus der Sicht von MdL Wolfgang Fackler gibt, Jungwähler wieder stärker für seine Partei zu interessieren und wie er auch als Vater die Zeit des Homeschoolings empfunden hat.
Fragen kamen auch in die Gegenrichtung. So erkundigte sich MdL Fackler danach, wie Politiker von den Jugendlichen wahrgenommen werden („sehr ernst, aber andernfalls werden sie ja auch nicht ernst genommen“) und wie sie der Frage gegenüberstehen, ob das Wahlalter auf 16 gesenkt werden soll – hier waren die Meinungen in der Klasse geteilt.
Anschließend erhielt der Abgeordnete in der Klasse 9b von Lehrerin Angelika Bartl einen Einblick in den modernen Informatik-Unterricht. Programmiersprachen wie Scratch und Calliope-Mikrocomputer bieten den Schülern einen leicht verständlichen Einstieg – Eingabebefehle für Videospiele oder die Programmierung eines Schrittzählers waren anschauliche Beispiele, zeigten aber auch die stark gestiegenen Anforderungen an Hard- und Software im schulischen Bereich.

Der Lehrermangel insbesondere an den Mittelschulen zog sich wie ein roter Faden durch die anschließende Diskussionsrunde mit dem Kollegium. Die Angleichung der Gehälter und der Arbeitszeiten an das Niveau anderer Schularten wurde dabei ebenso gefordert wie ein langfristiger Plan, um die von der Bayerischen Staatsregierung angestrebte Erhaltung des dreigliedrigen Schulsystems zu gewährleisten. „Wenn eine der drei Säulen nach und nach wegbröckelt, stürzt das ganze Haus ein!“ verdeutlichte Christina Ost den Ernst der Lage. Externes Personal in Form von Quereinsteigern könne keine Dauerlösung sein, gerade Mittelschüler bräuchten dringend pädagogisch geschulte Lehrkräfte. Fackler versprach, das Thema Mittelschule noch stärker in den Blick zu nehmen. Sicherlich seien in Zukunft zusätzliche Anreize und stärkere Perspektiven nötig, um wieder mehr junge Menschen dazu zu gewinnen, sich für das Lehramt an Mittelschulen zu entscheiden. Der Frage einer baldigen Anhebung der Berufsgruppe in die Besoldungsstufe A 13 begegnete er allerdings skeptisch: „Corona hat die öffentlichen Finanzen natürlich stark belastet. Außerdem muss man diese Frage auch im Zusammenhang mit dem Besoldungsgefüge im gesamten Öffentlichen Dienstes sehen, also auch bei Polizei, Finanz- oder Justizwesen.“ (wrö)


Virtueller Austausch mit MdL Wolfgang Fackler

Im Mai traf sich der Kreisverband Donauwörth zum virtuellen Austausch zur aktuellen Situation in den Grund-,  Förder- und Mittelschulen mit Herrn MdL Wolfgang Fackler. Wir bedanken uns herzlich für den konstruktiven Austausch und das offene Gehör.   #mehr Kraft #BLLV #Digitalisierung #Lehrermangel #Perspektive


Wir sind viele, wir sind laut! Station 2 in Augsburg

Hunderte von Grund-, Mittel-, und Förderschullehrern protestierten am 14. Februar 2020 im Annahof in Augsburg gegen den Notfallplan, mit dem die Regierung den Lehrermangel in den Griff bekommen will. Neben den Veranstaltern der Demo, Vertretern der Lehrerverbände BLLV, KEG und GEW, sprachen auf der Bühne auch Politiker der SPD, der Grünen, CSU und der Freien Wähler. Anschließend hatten die Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, im Augustanasaal an einer Podiumsdiskussion teilzunehmen oder sich an einem Demonstrationszug durch die Augsburger Innenstadt zu beteiligen.

Wir waren auch mit dabei!


Die angekündigte Mehrarbeit treibt die Lehrer auf die Straße

 Jetzt reicht's! Aus Protest gegen die angeordnete Mehrarbeit zur Bekämpfung des Lehrermangels hat der Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband im Donau-Ries eingeladen, mit Bussen zur Demonstration am 7.2. nach Eichstätt zu fahren, wo an diesem Tag der Kultusminister bei einer Wahlveranstaltung auftritt. Auch viele Kolleginnen und Kollegen von KEG und GEW sind dieser Einladung gefolgt, denn die angedachten Bestimmungen des Kultusministeriums sind für alle Grund- und Mittelschullehrer inakzeptabel - unabhängig davon, welchem Verband sie angehören. ,,Wir können nicht alles auffangen!", lautet die klare Botschaft der Lehrer. Seit vielen Jahren wird den Grund- und Mittelschullehrern immer noch ein bisschen mehr zugemutet: Sie sollen nicht nur - wie die anderen Schulen - die Digitalisierung vorantreiben, sie sind auch diejenigen, die von Inklusion und Integration am intensivsten belastet werden: An diesen Schulen werden die Kinder betreut und gefördert, die ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen kommen. Hier kümmern sich Kolleginnen und Kollegen um Kinder, die besonderen Förderbedarf haben und zum Teil nach individuellen Förderplänen unterrichtet werden müssen. Anders als an Gymnasien und Realschulen müssen zusätzlich zur anderen Arbeit auch noch in vielen Fächern neben den Noten Verbalbeurteilungen verfasst und Lernentwicklungsgespräche geführt werden. Nun sollen viele Grundschullehrer ab dem kommenden Schuljahr eine Stunde mehr pro Woche unterrichten - bekommen das aber auf einem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben. Für die Mittelschulen kann diese Maßnahme nur deshalb nicht durchgeführt werden, weil nicht zu erwarten steht, dass dort die Lehrerversorgung in absehbarer Zukunft sich soweit bessert, dass die Stunden des Arbeitszeitkontos zurückerstattet werden könnten. Außerdem dürfen Lehrer der Grund- und Mittelschulen künftig erst ab 65 Jahren in den Vorruhestand gehen. Bei Teilzeitverträgen steigt die Mindeststundenzahl, und Sabbatjahre werden abgeschafft. Die Arbeit dieser Kollegen wird von ihrem Arbeitgeber so sehr geschätzt, dass sie zwar deutlich mehr arbeiten dürfen, dafür aber deutlich geringer entlohnt werden als die Kollegen an Gymnasien und Realschulen. Die Verbände fordern schon längst A13 als Einstiegsgehalt für alle Lehrer. Kann es sein, dass die Arbeit von Lehrkräften, die ihren Schülern in der Grundschule die grundlegenden Kulturtechniken vermitteln, viel Erziehungsarbeit leisten und zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen, weniger Wert ist, als die anderer Kollegen? Wie sollen Mittelschulen weiterhin ihre Schüler so fördern, dass sie dem Arbeitsmarkt als Facharbeiter zur Verfügung stehen, wenn dort viele Stunden durch Kolleginnen und Kollegen aus den Grundschulen abgedeckt werden müssen und als Mobile Reserve keine fertigausgebildeten Lehrer mehr zur Verfügung stehen? Die vom Kultusministerium angekündigten Maßnahmen für die nicht wegzudiskutierende Not an Grund- und Mittelschulen sind kontraproduktiv. Sie zeigen, dass nicht einmal ansatzweise die im Moment schon geleistete Arbeit an diesen Schulen wahrgenommen und geschätzt wird. Jemandem, der sowieso schon überlastet ist, noch mehr Arbeit aufzubürden, bewirkt das Gegenteil des Gewünschten. Viele Kolleginnen und Kollegen sind schon am Rande der Belastbarkeit angelangt und können nicht mehr mehr leisten. Diese Art von ,,Wertschätzung" untergräbt die Motivation der Lehrkräfte. Es steht nicht zu erwarten, dass die vom Kultusministerium geplanten Maßnahmen den Beruf der Grund- oder Mittelschullehrkraft attraktiver machen. Und doch sollten gerade unsere Grund- und Mittelschüler es den Politikern wert sein, für sie ausreichend gut ausgebildete und nicht überlastete Lehrkräfte zur Verfügung zu stellen. Denn wenn in der Grundschule nicht die Basis für die weitere Bildung gelegt wird und in der Mittelschule nicht möglichst viele Schüler zur Ausbildungsreife gebracht werden, sind das düstere Aussichten für die Zukunft.

Christina Ost, Kreisvorsitzende BLLV-Kreisverband Donauwörth


Vortrag von Hans-Peter Etter

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Zur Erziehung gehört Beziehung…

Wie Schulleiter und Lehrkräfte richtig mit Elternbeschwerden umgehen

Er schafft es immer wieder, das scheinbar trockene Themengebiet „Dienstrecht“ so informativ und gleichzeitig unterhaltsam zu vermitteln, dass die Zuhörerschar gefesselt dem Vortrag lauscht: Hans-Peter Etter, langjähriger Leiter der BLLV-Rechtsabteilung, ist als Referent zu wechselnden dienstrechtlichen Themen inzwischen zu einem festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders im BLLV-Kreisverband Donauwörth geworden, wie Co-Kreisvorsitzende Patricia Hippler in ihren Begrüßungsworten betonte. Auch diesmal kam keine Sekunde Langeweile auf, verfolgten die Kolleginnen und Kollegen in der Cafeteria der Ludwig-Auer-Mittelschule Donauwörth den Vortrag mehr als eineinhalb Stunden lang mit großer Aufmerksamkeit, gespickt mit einigen Aha-Erlebnissen und Lachern, wenn Etter seine Anekdoten aus der BLLV-Rechtsabteilung mit wohlgesetzten Pointen würzte. Der Referent schöpfte aus dem reichen Füllhorn seiner mehr als fünf Jahrzehnte währenden beruflichen und verbandsrechtlichen Tätigkeiten – dass er dabei zunächst einmal auf andere wichtige Aspekte des Schulrechts einging, als es das offizielle Thema „Richtiges Verhalten bei Elternbeschwerden“ erwarten ließ, empfand angesichts der vielen aufschlussreichen Neuigkeiten, die dabei zu erfahren waren, niemand als störend. Wenn in einer Verordnung z. B. davon die Rede ist, dass Unterrichtsbesuche zum Zwecke der dienstlichen Beurteilung „im Allgemeinen“ nicht angekündigt werden, dann sagt dieser Passus im Juristendeutsch nichts anderes aus, als dass er auch angekündigt werden darf, so Etter. Nicht unerwähnt ließ er, dass es noch einige weitere semantische Abstufungsmöglichkeiten gibt: „im Allgemeinen“ ist dabei ein Kompromiss zwischen „grundsätzlich“ und „in der Regel“. Wer weiß schon, was „Remonstrieren“ bedeutet? Etter veranschaulichte diesen juristischen Fachbegriff mit dem Beispiel zu großer Schülergruppen im Fachunterricht. Wenn z. B. im Computerraum, im Werkraum oder in der Schulküche nicht genügend Arbeitsplätze für alle Schüler zur Verfügung stehen, ist es nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht jedes Beamten, seine Vorgesetzten auf Missstände aufmerksam zu machen. Und noch ein Fall aus dem Alltag: Das von der KUVB forcierte obligatorische Ausfüllen einer Gefährdungsbeurteilung für jede noch so kleine und kurze Exkursion einer Schülergruppe entbehrt jeder rechtlichen Grundlage. „Es gibt dazu keine einschlägige KMBek!“, stellte Etter klar. Auch das eigentliche Vortragsthema würzte Hans-Peter Etter mit zahlreichen anschaulichen Beispielen. Dass Elternbeschwerden selbstverständlich möglich sind und auch keinen Dienstweg einhalten müssen, stellte der Referent eingangs klar. In solchen Schreiben sind auch massive Anschuldigungen wie „despotische Herrscherin“, gemünzt auf eine Schulleiterin, kaum justiziabel, wenn sie im Zusammenhang mit Formulierungen wie „ich bin der Meinung, dass…“ verwendet werden. Beschwerden mit ungefiltert beleidigenden Äußerungen jedoch müssen laut Gesetzeslage von Behörden überhaupt nicht behandelt werden. Jedoch hat jede Lehrkraft das Recht, sich im Konfliktfall eines Rechtsbeistandes, z. B. aus der BLLV-Rechtsabteilung, zu bedienen. Dies gilt insbesondere für Gespräche mit Vorgesetzten. Besonders knifflig: Darf eine Mutter mit einem Rechtsanwalt in der normalen Sprechstunde auftauchen? Diese Frage, die ein Schulleiter an die vorgesetzten Dienststellen richtete, wurde von diesen zunächst bejaht. Doch die BLLV-Juristen stellten daraufhin fest: Das dafür herangezogene Verwaltungsverfahrensgesetz trifft auf eine Elternsprechstunde gar nicht zu, da es sich bei ihr nicht um ein Verwaltungsverfahren handelt… Natürlich gebe es auch Situationen, in denen es zielführender sei, Elternbeschwerden nachzugeben: Wenn über eine Lehrkraft an einer Schule immer wieder massive Klagen geführt würden, sei es oft für alle Seiten befreiend, wenn eine Versetzung an einer andere Schule erfolge. Oft helfe aber auch schon ein Hinweis auf die im BayEUG erwähnte Pflicht der Eltern, die Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Schule zu unterstützen. Denn: „Zur Erziehung gehört Beziehung!“ so Etter abschließend.

Wolfgang Römer


Ausflug zum "Friedberger Advent"

Bild: Römer

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Schon traditionell veranstaltet der BLLV-Kreisverband Donauwörth in der Adventszeit einen Ausflug zu einem Weihnachtsmarkt. Diesmal besuchten mehr als 20 Aktive und Pensionisten den "Friedberger Advent", der sich in der gesamten Vorweihnachtszeit höchst romantisch rund um die Stadtpfarrkirche St. Jakob gruppiert. Ob ganz traditionell bei Glühwein und Bratwurst oder auch mit exotischeren Spezialitäten, jeder Teilnehmer fand während des zweieinhalbstündigen Aufenthalts die passenden Angebote und beim Bummel entlang der Stände auch das eine oder andere schöne Mitbringsel oder Weihnachtsgeschenk.

Wolfgang Römer


Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft

Bild: Römer

Als eine besonders angenehme Aufgabe bezeichneten die wiedergewählten Vorsitzenden Christina Ost und Patricia Hippler die sich anschließende Ehrung langjähriger Mitglieder. So wurde Ulrike Steinhart-Krippner für 25-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Den Ehrenbrief für 50 Jahre im BLLV erhielten Ulrike Heimlich, Ute Püschel und Dieter Schroll. Auf nicht weniger als 60 Jahre Verbandstreue können schließlich Theodor Meyer, Herbert Mayr und Hans Hönig zurückblicken. Geschenke gab es außerdem auch für die drei Jung-Pensionisten Agnes Kienberger, Gisela Markus und Gerhard Neudert.

Keine Veränderungen im BLLV Kreisverband Donauwörth

Bild: Mandlik

Die von Wahlleiter Hans Hönig zügig durchgeführten Neuwahlen erbrachten nur wenig personelle Veränderungen. Als gleichberechtigte Vorsitzende wurden Christina Ost und Patricia Hippler wiedergewählt, ebenso wie die Zweite Vorsitzende Ute Kopp. Ebenso einmütig erhielten Kassiererin Petra Bahling, die beiden Geschäftsführer Simone Kapfer und Jörg Schachner (neu für Helmut Blessing), die drei Beisitzer Werner Freißler, Ulrike Steinhart-Krippner und Jana Römer sowie die Kassenprüferinnen Helga Mandlik und Birgit Sauter das Vertrauen der Mitglieder. Als berufene Mitglieder gehören dem Vorstand zudem die Pensionistenbetreuer Franz Eberle und Wolfgang Heimlich, Förderschul-Vertreterin Elke Drescher, die Vertreterin der Angestellten, Karin Lang, Öffentlichkeitsreferent Wolfgang Römer und Kristina Holthoff als Vertreterin des Jungen BLLV an.

Wolfgang Römer


Besuch in der Brauerei Riegele


Der BLLV-Kreisverband Donauwörth blickt immer wieder auch über den eigenen Gartenzaun hinaus – diesmal machte sich eine etwa 20-köpfige Gruppe aus Nordschwaben mit der Bahn auf in die Bezirkshauptstadt Augsburg, um dort die in direkter Nähe zum Hauptbahnhof gelegene Brauerei Riegele zu besichtigen. Die traditionsreiche Privatbrauerei, deren Ursprünge sich bis ins Jahr 1386 zurückverfolgen lassen und die seit 1884 in mittlerweile fünfter Generation im Besitz der Familie Riegele ist, gehört mittlerweile zu den anerkannt besten Bierproduzenten weltweit, wie Günter Bäumler den Besuchern erläuterte. Auszeichnungen wie die zur „Brauerei des Jahres“, die Riegele 2019 zum dritten Male in Folge erhielt, oder die Auflistung von drei Riegele-Bieren unter den Top-250 der Welt im amerikanischen Fachmagazin „The Beer Connoisseur“ belegten dies eindrucksvoll. Bei einer Führung durch das historische Brauhaus, das 1911 im Jugendstil errichtet wurde, tauchten die Gäste vom BLLV tief in die Geschichte des Biers ein. Angefangen vom Mittelalter, als Bier wegen der Feuergefahr nur im Winterhalbjahr gebraut wurde, bis zur Moderne, in der Riegele nicht weniger als 25 verschiedene Biersorten herstellt, entwickelte Bäumler ein anschauliches Bild von der Braukunst im Wandel der Zeiten. So erfuhren die Besucher, dass Starkbier mit höherem Hopfengehalt in früheren Zeiten in erster Linie gebraut wurde, um Bier im Sommer länger haltbar zu machen – das Brauen war lange nur zwischen Ende September und Ende April erlaubt, auch wegen der Brandgefahr. Wenn drei von zehn Brauvorgängen erfolgreich waren, war das schon ein guter Schnitt, denn die Bedeutung der Hefe für den Gärprozess wurde erst im 19. Jahrhundert bekannt. Doch unbewusst nahmen die Brauer durchaus wahr, dass Hefe dem Brauvorgang dienlich war: Riegele verlegte seine Braustätte z. B. schon im Mittelalter in die Bäckergasse – die nahen Bäckereien sorgten dafür, dass dort mehr Hefe in der Luft lag als anderswo. Der Rundgang führte die Besuchergruppe vom höchsten Punkt des Gebäudes, dem Malzlager, über die Schrotmühle, das Sudhaus und den Hefekeller bis tief unter die Erde in den 1 bis 2 Grad Celsius kalten Lagerkeller, wo die verschiedenen Biersorten in 56.000-Liter-Fässern langsam reifen. Unterwegs gab es immer wieder Aha-Erlebnisse: etwa, dass die über 100 Jahre alte Schrotmühle der Brauerei die einzige ihrer Art ist, die heute noch in Betrieb ist (als Sechs-Walzen-Anlage kann sie das Malz viel feiner schroten als die heute üblichen Zwei-Walzen-Anlagen), dass Riegele 170 verschiedene Bierhefen im Haus lagert und damit eine der größten Hefebanken überhaupt beherbergt oder dass das Brauwasser aus einer eigenen, 217 Meter tiefen und 2.500 Jahre alten Quelle stammt. Und zum Schluss erzählte Günter Bäumler seinen Gästen auch noch Staunenswertes über alkoholfreie Getränke: Mit Chabeso produziert Riegele ein Erfrischungsgetränk, das mit rechtsdrehenden Milchsäuren hergestellt wird, und das beliebte Mixgetränk Spezi wurde in den 1950er Jahren sogar in den Räumen der Augsburger Brauerei erfunden.

Wolfgang Römer