Rückblick auf Lehrertag 2019

Pünktlich um 9:32 Uhr eröffnete Frank Hortig den 28. Schwäbischen Lehrertag in Ottobeuren, begrüßte alle teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen, die Gäste aus der Politik, die Präsidentin des BLLV Simone Fleischmann und im Besonderen die Hauptreferentin Professor Dr. Schilcher von der Universität Regensburg. Die Bezirksvorsitzende des BLLV Schwaben Gertrud Nigg-Klee freute sich, dass sich 220 Lehrer und Lehrerinnen an diesem Samstag Zeit für den Schwäbischen Lehrertag nahmen.

  

Lesen + Schreiben = Kommunikation

Unterricht und Bildung lebt heute von der Bindung Lehrer – Schüler, es braucht im 20. Jahrhundert einen anderen Ansatz, um die Schülerinnen und Schüler auf die Welt von morgen vorzubereiten, so ihre Worte. Zwar ist der Pflichtunterricht sichergestellt, aber für Anderes in der Schule ist keine Zeit mehr. Ein Appell an die Politiker, die Bildungschancen zu wahren, die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte zu verbessern und das gleiche Einstiegsgehalt für alle Lehrkräfte zu ermöglichen, so dass das Motto der letzten Landesdelegiertenversammlung des BLLV „Herz.Kopf.Hand – Zeit für Menschen“ in unseren Schulen umgesetzt werden kann. Und das Lesen und das Schreiben zählt zu den wichtigsten Kompetenzen gerade in unserer digitalisierten Welt. Lesen + Schreiben = Kommunikation. Auf 4 wichtige Schritte zu einer idealen Unterrichtskommunikation ging Prof. Dr. Anita Schilcher in ihrem Hauptreferat ein. 1. die Stimme, 2. wie stelle ich Fragen? 3. wie erkläre ich? 4. wie gebe ich Feedback. (Die Folien des Hauptvortrags sind auf der Homepage eingestellt und können dort nachgelesen werden.)

Die Schülerinnen und Schüler müssen wissen, was das Lernziel ist und wohin der Lernweg geht. Ebenso sollen sie erkennen, wo sie in ihrem Lernen gerade stehen und wie sie vorankommen, was der nächste Lernschritt ist und wie sie ihr Lernziel erreichen. Präsidentin Simone Fleischmann bedankte sich im Namen aller für den tollen Vortrag und stellte sofort die Frage: "Und was ist der Schritt am Montag?

"Der BLLV sagt laut, wie die Schule von morgen aussehen soll. Der Lehrerroboter NAO, der nicht nur 1 Herz hat und mehr als zwei Augen, ist für die Anliegen des BLLV nicht die Lösung. Auch wenn dieser sehr cool und sehr nett ist. Nein, es geht nach wie vor um die ganzheitliche Pädagogik nach Pestalozzi: Lernen mit Kopf, Herz und Hand und die Politik muss dafür die Ressourcen zur Verfügung stellen. Der BLLV kommuniziert das sehr professionell!

"Sei achtsam mit der Sprache, sei aber auch achtsam mit der Zeit", so das Anliegen von Frank Hortig, dem es gelungen ist, mit einem ungewöhnlichen Zeitraster diese Zeiten ins Gespräch zu bringen. Aufmerksam auf die „krummen Zeiten“ achtend, passten alle Redner und Rednerinnen auf ihr Zeitmanagement auf, so dass nach einer kurzen Pause pünktlich um 11:42 Uhr die 1. Workshopreihe starten konnte. Aus zahlreichen interessanten Angeboten wählten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Thema aus, das am meisten interessierte. Aktive Kommunikation wurde in der Mittagspause beim Essen, beim Kaffee, an den Ständen der Verlage, sowie in kleinen Nischen des neu umgebauten Schulzentrums der Mittelschule Ottobeuren gepflegt und angewandt. Alle waren sich nach der 2. Workshopreihe einig: es war ein sehr gelungener und informativer Lehrertag. Ein herzliches Dankeschön an den Hausherrn und Schulleiter der Mittelschule Bernhard Negele mit Team, an die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse, die aktiv in das Catering mit einbezogen waren und diese Aufgabe bravourös unter der Anleitung von Ingeborg Hörtensteiner lösten, an die Leiter und Leiterinnen der Workshops für die vielfältigen und interessanten Themenangebote, dem Team für die Gesamtorganisation Rebecca Langenwalter und Frank Hortig mit allen fleißigen Helferinnen und Helfern, die oft im Hintergrund arbeiten und ohne die solch ein Tag nicht zu stemmen wäre.

Text: Angelika Thome, Presse BLLV Schwaben
Fotos: Jürgen Thome

 

 

Rückblick auf den Lehrertag 2018

Der diesjährige "Schwäbische Lehrertag" präsentierte sich heuer mit zahlreichen Einzelveranstaltungen. Diesmal stand er ganz im Zeichen der Mathematik - Mathematik zum Anfassen. Und so galt es am Lehrertag, am Seminartag und während der öffentlichen Besuchszeiten Puzzles zu legen, Brücken zu bauen, sich den Kopf bei Knobelspielen zu zerbrechen.

 

"Mathematik zum Anfassen" - Ausstellung weckt großes Interesse

Im November öffnete die Wanderausstellung „Mathematik zum Anfassen“ ihre Türen im Gablonzer Haus in Neugablonz. Der BLLV Schwaben finanziert – und die Gustav-Leutelt-Schule organisierte diese Veranstaltung.

Der Leiter der Abteilung Berufswissenschaften Frank Hortig freut sich sehr darüber, dass die zehnten Klassen seiner Schule, im Rahmen eines Übungsprojektes, die gesamte Idee und deren Umsetzung begleiten.

Nahezu 2000 Schülerinnen und Schüler von nah und fern waren angemeldet, um die mathematischen Experimente selbstständig zu erkunden. Außerdem fand in diesem Rahmen auch ein Fachvortrag des Mathematikprofessors Alfred Beutelspacher, sowie ein Lehrertag, statt. Zusätzlich besuchten acht Lehramtsseminare aus der Umgebung die Wanderstellung. Ziel der puristischen Experimente ist nicht unbedingt das Lösen der mathematischen Herausforderungen, wohl aber die Anregung des Gehirns: „Der Spaß am Knobeln ist Ursprung von Motivation – die wollen wir frei legen“, so interpretiert Hortig die Intension der Ausstellung. Die Klassenleitungen der 10. Klassen haben im Vorfeld viel Vorarbeit geleistet, um ihre Jugendlichen – Moderatoren der Ausstellung – auf die Aufgabe vorzubereiten: „Der konkrete Projektcharakter dieser Veranstaltung fordert viel Engagement, das die Lehrkräfte - und dann auch deren Schüler - investieren“, so Hortig, der sehr genau weiß, was es heißt, eine derartige Großveranstaltung zu begleiten. Mit zahlreichen Experimentier-Exponaten des bundesweit gefragten und bekannten 'Mathematikums' aus der Universitätsstadt Gießen werden alle Altersgruppen angesprochen.

Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse eröffnete die Ausstellung und gab den ersten Gästen mit auf den Weg, dass Mathematik in jedem Leben eine wichtige Rolle spielt. Kinder und Jugendlichen sollen dabei die Möglichkeit bekommen, Mathematik auszuprobieren und anzufassen.

Text: Luisa Prinzing

 

Lehrertag 2017 - ein Rückblick

Am 21.10. fand der alljährliche Lehrertag des BLLV wiederum in Schwabmünchen statt. Ganz im Zeichen der bevorstehenden Digitalisierung der Grund- und Mittelschulen waren zahlreiche Workshops angeboten, aber auch nondigitale Workshops fanden wie immer großen Zulauf.

Mit einer gelungenen Ansprache zur Digitalisierung und der Position des BLLV zu diesem Aufbruch in ein mediales Schulwesen eröffnete Gertrud Nigg-Klee, die Vorsitzende des schwäbischen BLLV die Veranstaltung und Frank Hortig leitete dann über zum Hauptvortrag des Lehrertags.

Diesen hielt eine wahre Kapazität auf dem Gebiet der digitalen Medien unter dem Titel: „Soziale Netzwerke, die (un)heimlichen Miterzieher unserer Kinder“.

Matthias Lange ist heute Mitarbeiter in der Redaktion 42, war unter anderem auch Redakteur und Textchef bei verschiedenen Medienverlagen und hat sein Handwerk von der Pike auf beim Münchner Merkur gelernt.
Eine Fliege am Hemdkragen macht es leicht sich auf diesen Mann zu fokussieren, steht er doch bei seinem wortgewandten und oft Heiterkeit auslösenden Vortrag nicht auf dem Podium, sondern zwischen seinem Publikum. Er spricht von der Allmacht der sozialen Netzwerke, von Fake News, die kaum als solche zu enttarnen sind und schon deshalb eine verheerende Wirkung erzielen können. Davon dass Meinung per Facebook, Twitter oder What‘s App etc. ad hoc gebildet und beeinflusst wird , ohne Nachfragen, ohne Recherche. Die Welt und ihre guten und schlechten Nachrichten brechen in einer unendlichen Flut über den jeweiligen User herein und nahezu alles wird, ungefiltert und nicht hinterfragt, für bahre Münze genommen. Ein Machtinstrument ungeahnten Ausmaßes gelangt via Smartphone in die Hände unserer Kinder und die Folgen, die daraus entstehen können lassen sich kaum abschätzen.

Lange warnt nicht vor dem Gebrauch eines Smartphones, er ermutigt die Lehrer nur dazu, mit den Schülern über die Gefahren, die in deren unüberlegter Nutzung liegen aufzuklären. Viele Erwachsene, also auch Lehrer sind allerdings keine „native digitals“, im Gegensatz zur jungen und jüngsten Generation und deshalb wird eine halbherzige Fortbildung im Gebrauch der digitalen Medien auch kaum zu einem Erfolg hinsichtlich einer überlegten Handhabung führen. Vielleicht hilft die Digitalisierung der Schulen dabei, in Wahrheit aber ist es auf diesem Gebiet nicht 5 vor 12, sondern ganz sicher bereits längst nach 12 Uhr.

Text: Ilona Kempf