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Verfehlte Personalpolitik zu Lasten von Kindern und Lehrkräften

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege,

nun ist sie also veröffentlicht, die Liste der geplanten Maßnahmen, die den Personalnotstand an den bayerischen Grund-, Mittel- und Förderschulen auf mittelfristige, es bleibt zu befürchten auf langfristige Sicht, kompensieren sollen. Die Wiedereinführung eines Arbeitszeitkontos an den Grundschulen, die Anhebung der Teilzeit (nicht familienpoltische) auf 24 Mindeststunden sowie die Streichung von Sabbatmodellen. Auch wer sich, angesichts starker beruflicher oder gesundheitlicher Belastungen darauf eingestellt hat, vielleicht etwas früher in den Ruhestand gehen zu können, für den könnte es düster werden.

Eine Liste an Maßnahmen, die sicherlich in keinster Weise dazu beitragen, dass sich mehr Berufsanfänger für ein Lehramt an Grund- und Mittelschulen entscheiden. Was uns bei der ganzen Thematik am meisten beschäftigt, ist die "stiefmütterliche" Behandlung der Grund- und Mittelschullehrkräfte. Keine anderen Schularten holen die "Kohlen so aus dem Feuer" wie wir. Sei es bei der Beschulung ausländischer Kinder, die ohne Deutschkenntnisse zu uns kommen, sei es beim Thema Inklusion oder auch bei der Umsetzung eines kompetenzorientierten Lehrplans inklusive seiner seitenlangen Zeugnisbemerkungen.
In keiner anderen Schulart wie der Grundschule ist ein so breites Können gefordert, ganz schwachen Kindern ebenso gerecht zu werden, wie begabten Schülern. Warum ist es angesichts eines solchen Mangels an Nachwuchs nicht möglich, durch A13 für alle die Attraktivität unseres Berufes zu steigern? Schließlich geht es letztendlich immer auch um Qualität von Schule und Unterricht.

Natürlich dürfen bei dieser Forderung nicht die Lehrkräfte an den Förderschulen sowie die Fachlehrerinnen und -lehrer vergessen werden. Auch bei Ihnen gilt es dringend ihre Leistungen zu wertschätzen und die Arbeitsbedingungen durch mehr Anstrengungen bei der Personalaquise zu verbessern. Nachstehend die (Presse)Erklärung unseres Bezirksverbandes weiter. Wir wenden uns momentan intensiv an die Presse, um unseren Unmut über die Maßnahmen der Staatsregierung auch in die Öffentlichkeit zu tragen. Damit dieser Unmut aber auch "Gewicht" bekommt, brauchen wir für unseren politischen Druck auch Ihre Unterstützung. Deshalb bitte ich Sie darum, besuchen Sie unsere politischen Veranstaltungen, die wir anbieten. Vielleicht ist es auch einfach an der Zeit, gemeinsam auf die Straße zu gehen!

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Gogl
1. Vorsitzender des BLLV Oberallgäu