Fachgruppe Förderschule

Kontakt

Elke Drescher

Am Erlach 31
86675 Buchdorf

E-Mail: foerderschule(at)schwaben.bllv.de
Tel.: 09099 422
Fax: 09085 452

Information der Fachgruppe Förderschule - April 2017

Stärkung der personellen und materiellen Möglichkeiten der Förderschulen

Förderschulen brauchen Entlastung und die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung ihres Schulprofils

Der Anteil an Schülerinnen und Schülern mit komplexen Bedarfen im Förderschulbereich steigt kontinuierlich über alle Förderschwerpunkte hinweg. Täglich leisten viele Kolleginnen und Kollegen mehr, als sie eigentlich leisten können. Das liegt an ihrer Motivation und Haltung gegenüber den behinderten Kindern und Jugendlichen, die sie bestmöglich fördern möchten. Spezifische Lehr- und Lernbedürfnisse, individuelle Lernvoraussetzungen sowie auf den Einzelfall abgestimmte didaktische Konzepte und methodische Vorgehensweisen fordern täglich höchste Professionalität unserer Kolleginnen und Kollegen an den Förderschulen. Die Bildungspolitik muss diese Realität akzeptieren und daher die personellen und materiellen Möglichkeiten der Förderschulen massiv und nachhaltig ausbauen und stärken.

Stärken der Förderschule

Lehrkräfte, Schulleitungen und Personalräte aus ganz Bayern, die sich zu einer - vom BLLV initiierten Förderschulwerkstatt trafen, stellten deutlich die Stärken unserer Förderschulen in ihren - Beiträgen heraus. Aus Sicht der Praktiker haben wir an unseren Schulen motiviertes Personal, dass eine positive Sicht auf unsere uns anvertrauten Schülerinnen und Schülern hat. Wir haben - gegenüber den Regelschulen - viele Freiräume, um kreativ arbeiten zu können und nehmen unsere Schülerinne und Schüler mit ihren Schwächen und Stärken an. Dennoch wurden bei dem Treffen auch einige Kritikpunkte geäußert.

Problemfelder in der Förderschule

Die teilnehmenden Lehrkräfte, die aus allen Bereichen des Förderschulwesens anwesend waren, meinten, dass die neuen Zeugnisformulare aus Sicht vieler Adressaten (Eltern, Schüler und später auch Betriebe) durch die Kompetenzformulierungen schwer verständlich und zu umfangreich seien. Der Anspruch für den Förderschulabschluss sei zu hoch und die Klassengröße entspräche nicht dem Bedarf einer Förderschule nach möglichst kleinen Lerngruppen. Darüber hinaus gäbe es immer wieder Doppelbelastungen durch unterschiedliche Arbeitsfelder (z. B. gleichzeitig Klassenlehrkraft und Einsatz im Mobilen Dienst) oder durch den Fachkräftemangel an Sonderpädagogen, z. B. durch Vertretungsfälle. Der Bürokratismus nehme seit Jahren auch an den Förderschulen zu und die Rahmenbedingung für Inklusion und sonderpädagogischen För-derung seien trotz aller Bemühungen der Staatsregierung ungenügend.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kritisierten, dass ein Austausch zwischen den Berzirken zu den Förderschulabschlüssen nicht gewünscht und die Personalpolitik nicht immer nachvollziehbar bzw. tranparent sei. Die Qualifizierungsmaßnahme für Lehrkräfte anderer Schularten in der bestehenden Form, als Antwort auf den Fachkräftemangel, sei keine langfristige Lösung und Bedarf einer Nachbesserung.

Abschließdend wurde noch das Problemfeld des Fachunterrichts thematisiert. Fachlehrer bräuchten nach Meinung der Lehrkräfte immer geteilte Gruppen, damit eine individuelle Förderung der wichtigen praktischen Fertigkeiten unserer Schülerinnen und Schüler gesichert sei. Über einen weitern Ausbildungsort solle nachgedacht werden.

Förderungder Fachgruppe Förderschule

Die aufschlussreichen Ergebniss eder Förderschul-Werkstatt 2016 haben dieFachgruppe Förderschulen veranlasst einen ersten Forderungskatalog für unsere Kolleginnen und Kollegen im Förderschulbereich aufzustellen. Wir fordern konkret:

  1. Einen dritten Studienstandort in Bayern in Passau oder Regensburg
  2. Eine deutliche Absenkung der Klassenstärken (Zunahme des soz.-emotionalen Förderschwerpunkts in allen Förderzentren)
  3. Mehr Lehrerstunden für den MSD in allen Bereichen, aber nicht auf Kosten der Personalressourcen an Förderzentren
  4. Eine Senkung der Unterrichtsverpflichtung an Förderzentren für alle Lehrkräfte
  5. Die Stärkung der Einzelschule
  6. Diei Herausnahme der Fachlehrer aus dem Gesamtbudget der Förderschulen
  7. Eine Festlegung der Gruppengröße im Fachunterricht, max. halbe Klassengröße
  8. Mehr Zeit für sonderpädagogische Förderung
  9. Stärkere Zusammenarbeit mit JaS und Ganztag
  10. Aufrechterhaltung der Klassen im Grundschulstufenbereich bis 3/4
  11. Mehr Praxistage, Betriebserkundungen und Praktika für unsere Schülerinnen und Schüler